ELIAS

Die Familie von Elias lernten wir unter Umständen kennen, die uns sehr nachdenklich gemacht haben.

Elias ist seit seiner Geburt schwerstbehindert und rund um die Uhr auf Betreuung und Pflege angewiesen. Als wir von seiner Familie erfuhren, war seine Mama bereits seit mehr als sechs Wochen mit ihm in der Klinik. Während dieser Zeit wurde das Pflegegeld eingestellt – mit unmittelbaren Folgen für die Familie zu Hause.

Elias’ Zwillingsbruder und sein älterer Bruder standen plötzlich vor einem leeren Kühlschrank.

Als uns diese Nachricht erreichte, war für uns sofort klar: Hier müssen wir helfen. Schnell und ohne lange Wege. Wir haben deshalb für den gesamten Monat dafür gesorgt, dass die beiden Jungs zu Hause mit Lebensmitteln versorgt waren und der Kühlschrank gefüllt blieb.

Nachdem Elias endlich wieder aus der Klinik nach Hause durfte, haben wir die Familie besucht. Erst dort wurde uns richtig bewusst, was diese Mama Tag für Tag leistet. Sie kümmert sich allein um ihre Kinder und versorgt Elias rund um die Uhr. Pflege, Arzttermine und die vielen organisatorischen Aufgaben bestimmen einen großen Teil ihres Alltags. Im Gespräch erfuhren wir auch, welche Hürden Familien in einer solchen Situation immer wieder bewältigen müssen. Hilfe muss beantragt und begründet werden, Zuständigkeiten müssen geklärt und Lösungen gefunden werden. Gleichzeitig läuft das Familienleben weiter.

Dieser Besuch hat uns erneut gezeigt, wie wichtig genau die Art von Unterstützung ist, für die Herzensmensch steht: Hilfe, die schnell dort ankommt, wo sie gerade gebraucht wird. Dabei geht unser Blick immer auf die ganze Familie. Gerade die Geschwisterkinder erleben einen Alltag, der stark von der Erkrankung oder Behinderung ihres Bruders oder ihrer Schwester geprägt ist. Sie nehmen Rücksicht, verzichten auf vieles und übernehmen oft schon früh Verantwortung. Auch sie sollen erleben dürfen, dass jemand an sie denkt. Und genauso möchten wir die Eltern entlasten. Für eine alleinerziehende Mama, die praktisch rund um die Uhr gebraucht wird, können schon ein paar freie Stunden unglaublich wertvoll sein. Bei unserem Besuch gab es aber auch einen besonders schönen Anlass: Lukas und Elias waren gerade elf Jahre alt geworden. Dank unserer Spenderinnen und Spender konnten wir den beiden einige Geburtstagswünsche erfüllen. Für einen Moment standen deshalb weder Pflege noch Anträge oder Sorgen im Mittelpunkt. Da waren einfach zwei Jungs, die Geburtstag hatten und sich über ihre Geschenke freuten. Genau für solche Familien und genau für solche Momente sind wir da.

FRIEDA

Friedas Lift – aus vielen kleinen Spenden wurde etwas ganz Großes
Manchmal beginnt etwas Großes mit einem einzigen Euro. Vor über 40 Jahren stellte Karlheinz Böhm bei „Wetten, dass..?“ seine berühmte Wette auf: Er wettete, dass nicht einmal jeder dritte Fernsehzuschauer eine Mark für Menschen in der Sahelzone spenden würde. Diese Idee haben wir damals für Frieda aufgegriffen.

Frieda lebt mit ihrer Familie in einem Haus, dessen bauliche Situation für sie jeden Tag zu einer enormen Herausforderung wurde. Aufgrund ihrer schweren Erkrankung ist sie auf einen Rollstuhl und medizinische Geräte angewiesen. Um mit ihr das Haus verlassen zu können, mussten ihre Eltern sie samt notwendiger Versorgung über eine enge Wendeltreppe nach oben oder unten bringen. Ein Außenlift sollte diesen Zustand endlich verändern. Doch die Kosten waren enorm. Also stellten wir unsere eigene Wette auf: Schaffen wir es gemeinsam, den damals noch fehlenden Betrag von rund 80.000 Euro Stück für Stück schrumpfen zu lassen? Ob 50 Euro, zehn Euro oder ein einziger Euro – jeder Beitrag sollte Frieda ihrem Lift ein kleines Stück näherbringen.

Ein Besuch, der uns gezeigt hat, wie dringend der Lift gebraucht wird
Zwischen den Jahren besuchten wir Frieda und ihre Familie zu Hause. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits eine unglaubliche Nachricht: Von dem zunächst benötigten Betrag fehlten nur noch knapp 7.000 Euro. Vor Ort erklärten uns Friedas Eltern Daniel Fleischmann und Jutta Henkel die Wohnsituation. Und dann durfte Axel selbst erleben, was diese im Alltag bedeutet. Gemeinsam mit Daniel trug er Friedas Rollstuhl die Wendeltreppe hinunter. Schon das allein war alles andere als einfach. Wenn zusätzlich Frieda mit ihren angeschlossenen medizinischen Geräten nach oben oder unten getragen werden musste, wurde aus einem alltäglichen Weg jedes Mal eine enorme Belastung. Spätestens in diesem Moment war klar, welche Bedeutung dieser Lift für die ganze Familie haben würde. Für Frieda bedeutete er weniger Strapazen und einen sicheren Weg hinein und hinaus. Für ihre Eltern eine enorme körperliche Entlastung. Und auch für Friedas Schwester Paula würde sich der Familienalltag verändern.

Aus dem Wunsch wurde ein großes gemeinsames Projekt
Im Laufe der Planung und Umsetzung stiegen die Gesamtkosten für das Bauvorhaben weiter an. Beim Hoffest bei Frieda zu Hause lag der Spendenstand bereits bei unglaublichen 111.000 Euro. Rund 140.000 Euro wurden inzwischen für die vollständige Umsetzung benötigt. Wieder halfen viele Menschen mit. Es wurde gespendet, geteilt und gesammelt. Unternehmen und Handwerker brachten sich ein. Und irgendwann war aus unserer damaligen Wette Realität geworden.

Frieda fährt zum ersten Mal mit ihrem eigenen Lift
Dann kam die Nachricht, auf die alle so lange gewartet hatten: Der Aufzug fährt. Nach Monaten der Planung, des Spendensammelns und der Bauarbeiten wurden die Schlüssel für die Eingangstür übergeben. Und Frieda durfte zum ersten Mal selbst mit ihrem neuen Lift fahren. Ein Knopfdruck – und plötzlich war ein Weg möglich, für den ihre Familie zuvor jedes Mal enorme Kraft aufbringen musste. Für Frieda und ihre Familie bedeutet dieser Lift bis heute ein großes Stück Selbstständigkeit und Entlastung im Alltag.

Auch der SWR wurde auf die Geschichte aufmerksam und begleitete die Familie mit einem Kamerateam, als sich die Baustelle langsam ihrem Ende näherte. Möglich wurde das alles durch sehr viele Menschen, die unsere damalige Wette angenommen haben. Durch kleine und große Spenden und durch Unternehmen und Handwerker, die das Projekt unterstützt haben – darunter BE Bauelemente, Heberger, Schindler Aufzüge, Maler Mesut Ogurcan, Dachdecker Thomas Drobny, Elektro Straub, Statiker Herr Schuh und das Architekturbüro Michael Gooss.

Was damals mit einer einfachen Frage begann, endete mit einem Lift, der Friedas Alltag und den ihrer ganzen Familie dauerhaft verändert hat. Wetten, dass man gemeinsam eine ganze Menge bewegen kann?

CHRISTIAN

Manchmal sind es Erlebnisse, die noch lange in Erinnerung bleiben. Für einen fußballbegeisterten Jungen, seinen Papa und seine Freunde durften wir gemeinsam mit unserem langjährigen Unterstützer, dem Finanzhaus Maisch aus Nußloch, einen solchen besonderen Tag möglich machen.
Es ging zu einem Heimspiel der TSG Hoffenheim. Für die Jungs bedeutete das weit mehr als 90 Minuten Fußball: die Atmosphäre im Stadion erleben, den Spielern ganz nah sein und einen Tag gemeinsam verbringen, auf den sie sich schon lange gefreut hatten.

Wie viel ihnen dieser Besuch bedeutet hat, zeigte uns anschließend die Nachricht des Vaters: „Ganz herzlich möchte ich mich noch einmal für das unvergessliche Erlebnis bedanken, das Sie mir, meinem Sohn und dessen Freunden großzügigerweise ermöglicht haben. Insbesondere das nahe Erleben der Sportler war für die Jungs großartig. Für mich war es ebenfalls ein schönes Erlebnis und die Jungs haben alle ihre Eintrittskarten aufbewahrt …“
Solche Rückmeldungen freuen uns ganz besonders. Denn genau darum geht es uns bei Herzensmensch: Kindern und ihren Familien neben all den Sorgen und Belastungen auch schöne gemeinsame Erinnerungen zu schenken.

Möglich wurde dieser Tag durch Matthias Maisch und das Finanzhaus Maisch in Nußloch. Matthias begleitet Herzensmensch bereits seit unseren Anfängen und unterstützt unsere Arbeit immer wieder auf ganz unterschiedliche Weise. Menschen und Unternehmen, die über viele Jahre an unserer Seite bleiben und mit uns gemeinsam helfen, sind für unsere Arbeit unglaublich wertvoll.

Lieber Matthias, liebes Team vom Finanzhaus Maisch: Danke, dass ihr von Beginn an zu unseren Herzensmenschen gehört. Danke für eure treue Unterstützung und dafür, dass ihr einmal mehr Kinderaugen zum Strahlen gebracht habt. ❤️
Und dass die Eintrittskarten anschließend sorgfältig aufgehoben wurden, sagt wahrscheinlich mehr über diesen Tag aus als viele Worte.

FABIAN

Bis 2019 war Fabian ein kerngesunder, fröhlicher Junge. Dann veränderte eine fortschreitende neurologische Erkrankung sein Leben und das seiner Familie grundlegend. Heute ist der Achtjährige in vielen Bereichen seines Alltags auf Unterstützung angewiesen. Als wir von Fabian und seiner Familie erfuhren, wurde uns von einem ganz besonderen Wunsch erzählt: einem speziellen Lagerungskissen, das ihm den Alltag erleichtern und vor allem dabei helfen sollte, besser am Familienleben teilhaben zu können. Für uns war sofort klar, dass wir diesen Wunsch gerne erfüllen möchten.

Das Kissen ist kein gewöhnliches Hilfsmittel. Es wird in der Schweiz von Hand gefertigt und seine Geschichte hat uns besonders berührt: Entwickelt wurde es von einer Mutter, die selbst erfahren musste, was es bedeutet, wenn das eigene Kind schwer erkrankt. Auf der Suche nach einer geeigneten Unterstützung für ihren Sohn entwarf sie schließlich selbst ein Lagerungskissen, das auf die besonderen Bedürfnisse betroffener Kinder abgestimmt ist.
Für Fabian kann dieses Kissen vieles erleichtern. Es ermöglicht unterschiedliche, unterstützte Positionen und kann ihm dadurch mehr Komfort und Nähe zu seiner Familie schenken. Denn gerade wenn ein Kind körperlich stark eingeschränkt ist, bekommen vermeintlich alltägliche Dinge eine ganz andere Bedeutung: gemeinsam im Wohnzimmer sein, bei den Geschwistern sitzen oder einfach mitten im Familiengeschehen dabei sein. Genau das wünschen wir Fabian.

Dass ihm das neue Lagerungskissen ein Stück mehr Wohlbefinden schenkt und seiner Familie den täglichen Umgang mit seiner Erkrankung ein wenig erleichtert. Manchmal ist ein Herzenswunsch kein großes Erlebnis und kein besonderes Geschenk. Manchmal ist es etwas ganz Praktisches, das jeden einzelnen Tag ein kleines bisschen besser machen kann. Lieber Fabian, wir wünschen Dir und Deiner Familie von Herzen, dass dieses besondere Kissen genau das für euch schafft.

Und unseren Spenderinnen und Spendern sagen wir Danke. Denn durch eure Unterstützung können wir auch solche Wünsche erfüllen – schnell und ganz konkret dort, wo Hilfe gebraucht wird.

KRYSTIAN

Manchmal bleibt keine Zeit, auf Weihnachten, einen Geburtstag oder einen anderen besonderen Anlass zu warten. Manchmal zählt jeder einzelne Tag.
So war es auch bei Krystian. Er war 13 Jahre alt und schwer an Krebs erkrankt, als wir von seinem Herzenswunsch erfuhren. Eigentlich sollte es ein Weihnachtsgeschenk werden. Doch dann erreichte uns die Nachricht, dass es Krystian zunehmend schlechter ging und wir uns mit der Erfüllung seines Wunsches besser beeilen sollten. Diesen Moment haben wir bis heute nicht vergessen. Denn so gerne wir Herzenswünsche erfüllen – den größten Wunsch dieser Kinder können auch wir ihnen nicht schenken: Gesundheit.

Gemeinsam mit unserem langjährigen Unterstützer Matthias Maisch konnten wir Krystian noch einige seiner Wünsche erfüllen und ihm damit eine Freude machen. Heute sind wir sehr dankbar dafür, dass wir damit nicht bis Weihnachten gewartet haben. Wenig später kam die traurige Nachricht: Krystian war im Alter von nur 13 Jahren eingeschlafen.

Zu der Trauer seiner Familie kam eine weitere große Sorge. Die finanziellen Möglichkeiten waren sehr begrenzt und zeitweise stand eine anonyme Beisetzung im Raum. Für uns war klar, dass wir hier noch einmal helfen wollten. Krystian sollte eine würdevolle Beisetzung bekommen und seine Familie einen festen Ort haben, an dem sie um ihn trauern, sich erinnern und ihm nahe sein kann.

Deshalb haben wir die Kosten für Krystians Beisetzung übernommen.

Seine Geschichte begleitet uns bis heute. Sie hat uns gezeigt, wie wichtig es manchmal ist, einfach sofort zu handeln. Einen Wunsch zu erfüllen, solange noch Zeit dafür ist. Und auch dann dazubleiben, wenn aus Hoffnung Abschied wird. Krystian wurde nur 13 Jahre alt.

FABIAN & AMY

Kurz vor Weihnachten erreichte uns der Anruf einer Mama, den wir bis heute nicht vergessen haben. Ihr Sohn Fabian war unheilbar an Knochenkrebs erkrankt. Er war alt genug, um zu verstehen, was diese Diagnose für ihn bedeutete. Hinter ihm lagen bereits zahlreiche Therapien, Bestrahlungen und Operationen. Irgendwann wollte Fabian keine weitere Behandlung mehr. Er zog sich zunehmend zurück, sprach immer weniger über das, was ihn beschäftigte, und verschloss sich.

Seine Mama erzählte uns von einem Wunsch, der zunächst ganz einfach klang: Fabian wünschte sich einen Hund. Einen tierischen Freund, der keine Fragen stellt. Jemanden, dem er seine Sorgen erzählen kann, wenn ihm die Worte gegenüber anderen fehlen. Einen Gefährten zum Kuscheln, der einfach bei ihm ist. Für uns war sofort klar, dass wir versuchen wollten, diesen Wunsch möglich zu machen.

Noch im Dezember durften wir Fabians großen Wunsch erfüllen. Die kleine Hündin Amy zog bei ihm ein. Und Amy wurde genau das, was Fabian sich gewünscht hatte: seine Begleiterin. Sie schenkte ihm Nähe und Geborgenheit und war einfach da – auch an den schweren Tagen. Damals wussten wir, dass Fabian nur begrenzt Zeit bleiben würde. Wie kurz diese Zeit tatsächlich sein sollte, konnte niemand wissen. Nur sechs Monate später starb Fabian.

Amy durfte bis zuletzt an seiner Seite sein.

Wenn wir heute an Fabian denken, macht uns sein Schicksal noch immer traurig. Gleichzeitig sind wir dankbar, dass wir ihm diesen einen großen Wunsch noch erfüllen konnten. Dass er Amy kennenlernen, sie in den Arm nehmen und in den letzten Monaten seines Lebens einen ganz besonderen Freund bei sich haben durfte. Manchmal können wir einem Kind nur noch etwas für die Zeit schenken, die ihm bleibt. Umso wichtiger ist es, diese Zeit mit dem zu füllen, was ihm guttut.

ALEXJ

Was bedeutet es, fliehen zu müssen, wenn man gleichzeitig einen schwerstbehinderten zehnjährigen Sohn versorgt? Für Lesia wurde genau das Realität. Gemeinsam mit ihrem Sohn Alexj und ihren Eltern Nina und Eugen musste sie ihre Heimat in der Ukraine verlassen. Von einem Tag auf den anderen bestimmten Krieg, Flucht und die Ungewissheit darüber, wie es weitergehen würde, das Leben der Familie.

Alexj ist schwerstbehindert und auf intensive Betreuung, geeignete Hilfsmittel und eine Umgebung angewiesen, die seinen besonderen Bedürfnissen gerecht wird. Während der Flucht musste die Familie all das irgendwie bewältigen und zugleich versuchen, einen sicheren Ort zu erreichen. Als wir Nina, Eugen, Lesia und Alexj kennenlernten, lebten sie zu viert in einem kleinen Zimmer in der Heidelberger PHV. Sie hatten es bis nach Deutschland geschafft und waren in Sicherheit, doch gerade für Alexj und seine Versorgung brauchte es dringend eine andere Perspektive.

Als sich die Möglichkeit ergab, eine Wohnung in Sandhausen zu beziehen, war für uns klar, dass aus den leeren Räumen möglichst schnell ein richtiges Zuhause werden sollte. Gemeinsam mit der Lebenshilfe Heidelberg und mit großartiger Unterstützung von IKEA Walldorf machten wir uns an die Arbeit. Betten wurden aufgebaut, Bettwäsche gewaschen, Möbel und Haushaltsgegenstände organisiert. Kühlschrank, Waschmaschine und alles, was man für einen Alltag braucht, musste innerhalb kürzester Zeit beschafft werden, damit die Familie einziehen konnte.

Für Alexj waren vor allem die passenden Hilfsmittel entscheidend. Unser Unterstützer Testcenter Rhein-Neckar ermöglichte ihm einen Reha-Buggy für draußen, von Katja Dominick erhielt er einen Therapiestuhl für die Wohnung. Damit bekam Alexj etwas zurück, das auf der Flucht kaum möglich gewesen war: eine Ausstattung, die auf seine Bedürfnisse abgestimmt war und seiner Familie die tägliche Versorgung erleichterte.

Als wir die vier schließlich in ihrem neuen Zuhause begrüßen durften, ging uns dieser Moment sehr nahe. Nach allem, was Nina, Eugen, Lesia und Alexj hinter sich hatten, gab es wieder eigene Räume, einen Platz zum Schlafen, einen gedeckten Tisch und eine Tür, die man hinter sich schließen konnte. Vor allem gab es endlich einen Ort zum Ankommen.

Herzlich willkommen in Sandhausen, liebe Nina, lieber Eugen, liebe Lesia und vor allem Du, lieber Alexj.

Unsere Hilfe für geflüchtete Familien aus der Ukraine ging weiter. Als eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern angekündigt wurde und schließlich insgesamt neun Menschen versorgt werden mussten, haben wir erneut gemeinsam mit unseren Unterstützern organisiert und ausgestattet. Michael Spieß und das Team von Elektro Spieß in Rauenberg, die Herzensmensch bereits seit unserer Gründung begleiten, standen auch dieses Mal an unserer Seite. Eine dringend benötigte Waschmaschine und ein Wäschetrockner konnten angeschafft werden. Elektro Spieß spendete zudem einen Fernseher samt Satellitenschüssel und Receiver, damit die Familien ukrainisches Fernsehen empfangen und auf diesem Weg ein Stück Verbindung zu ihrer Heimat bewahren konnten. Auch Ann und das Team von IKEA Walldorf unterstützten uns wieder tatkräftig bei der Ausstattung.

Ein Geburtstag fernab der Heimat
Einige Zeit später hatte Lesia Geburtstag. Nach allem, was hinter ihr und ihrer Familie lag, wollten wir ihr an diesem Tag ein paar unbeschwerte Stunden schenken. Thomas Metzger und Raffaele Guagliano sorgten für die Musik – und wir konnten erleben, wie unmittelbar sie die ganze Familie erreichte. Besonders Alexjs Reaktion hat uns berührt. Durch seine schwere Behinderung kann er sich nur auf seine ganz eigene Weise ausdrücken, doch die Musik erreichte ihn sichtbar. Seine Reaktion auf die Klänge war einer dieser Augenblicke, die man nicht vergisst und bei denen einige von uns Tränen in den Augen hatten. An diesem Tag haben wir Lesia ein Versprechen gegeben: Irgendwann feiern wir noch einmal mit euch – bei euch zu Hause in Kiew. 💙💛
Wann dieser Tag kommen kann, weiß heute niemand. Wir hoffen sehr, dass Nina, Eugen, Lesia und Alexj eines Tages wieder dorthin zurückkehren können, wo ihre Heimat ist. Bis dahin sind wir dankbar, dass wir gemeinsam mit so vielen Herzensmenschen dazu beitragen konnten, ihnen nach ihrer Flucht hier in unserer Region einen sicheren Ort zum Ankommen zu geben.

YARO & NATASCHA

Als Natalia mit ihrer damals zehnjährigen Tochter Yaroslava aus der Ukraine fliehen musste, blieb vieles zurück. Auch der Reha-Buggy, auf den Yaro aufgrund ihrer schweren Behinderung angewiesen war. Über die Slowakei kamen Mutter und Tochter schließlich nach Deutschland und fanden zunächst in Sandhausen eine Unterkunft. Sie waren in Sicherheit.

Yaro haben wir sofort ins Herz geschlossen. Trotz allem, was dieses kleine Mädchen in so kurzer Zeit erleben musste, begegnete uns ein unglaublich fröhliches Kind mit einem Lächeln, das einen sofort erreicht. Wir hofften damals sehr, dass sie von all dem Schrecklichen um sie herum möglichst wenig verstanden hatte und vor allem spürte, dass sie nun gemeinsam mit ihrer Mama an einem sicheren Ort angekommen war. In den ersten Tagen ging es zunächst um die Dinge, die ganz unmittelbar gebraucht wurden. Wir richteten Natalia und Yaro ein neues Schlafzimmer ein, machten gemeinsam den ersten Großeinkauf und kümmerten uns um einen geeigneten Reha-Buggy. Was damals dringend fehlte, konnten wir dank unserer Herzensmenschen nach und nach möglich machen.

Aus dieser ersten Hilfe ist längst eine enge Verbindung entstanden. Natalia und Yaro leben inzwischen in einer behindertengerechten Wohnung in Leimen, die für ihren Alltag und besonders für Yaros Bedürfnisse eine große Erleichterung bedeutet. Yaro musste in der vergangenen Zeit mehrere Operationen über sich ergehen lassen. Auch bei ihrer weiteren Versorgung konnten wir helfen und einen Physiotherapeuten finden, der sie zu Hause behandelt.

Unser Kontakt zu den beiden ist bis heute eng geblieben. Natalia und Yaro gehören inzwischen einfach dazu. Wann immer es möglich ist, kommen sie zu unseren Veranstaltungen und Auftritten – ganz besonders dann, wenn Raffaele in der Nähe spielt. Und jedes Mal erleben wir dasselbe: Sobald Yaro uns sieht, beginnt sie zu strahlen. Dieses Lächeln ist kaum zu beschreiben und erinnert uns immer wieder daran, wie aus einer ersten Begegnung und ganz konkreter Hilfe über die Jahre etwas viel Persönlicheres entstehen kann.

Wie viel diese Begleitung für Natalia bedeutet, hat sie uns einmal selbst geschrieben. Ihre Worte haben uns damals tief berührt: „Ich denke oft, dass ich mich hier in Deutschland genauso wohl fühle wie vor dem Krieg in der Ukraine, und das dank eurer Hilfe – im Alltag, moralisch, psychisch und materiell. Ich spüre, dass ihr alles von ganzem Herzen tut. Deshalb erfüllt ihr mich mit Wärme, Zuversicht und Hoffnung. Diese Gefühle sind für mich unbezahlbar. Ich bin glücklich, dass ich wahre Freunde und Menschen mit einem großen Herzen gefunden habe. Der Verein hilft uns nicht nur, er füllt unser Leben mit Leben. Ihr alle seid in unseren Herzen. Danke für alles.“

Aus dem kleinen Mädchen, für das wir damals möglichst schnell einen passenden Reha-Buggy organisieren wollten, ist für uns längst unsere Yaro geworden. Wir haben Operationen, Veränderungen und viele kleine wie große Schritte miterlebt und dürfen sehen, wie sie heute mit ihrer Mama in einer Wohnung lebt, die ihren Bedürfnissen gerecht wird. Und wenn Yaro dann bei einem unserer Auftritte sitzt, Raffaele hört, uns entdeckt und dieses unverwechselbare Lächeln über ihr Gesicht geht, wissen wir ziemlich genau, warum wir das alles machen.

EIN LÄCHELN SCHENKEN...

Manchmal entstehen aus einer Begegnung ganz besondere Momente. Bei einer Spendenübergabe der TSG Hoffenheim lernten wir das Palliativteam Sinsheim kennen, das Familien begleitet, wenn eine schwere Erkrankung plötzlich das ganze Leben bestimmt.

Einige Zeit später meldete sich das Team bei uns. Es begleitet derzeit einen schwer erkrankten Vater von zwei Kindern. Die Situation belastet die ganze Familie sehr und gerade für die beiden Geschwister ist die Erkrankung ihres Vaters schwer zu tragen. Der Wunsch des Palliativteams war deshalb ganz einfach: den Kindern für einen Tag eine Auszeit zu ermöglichen. Ein paar Stunden, in denen die Sorgen zu Hause bleiben dürfen. Für uns war sofort klar: Das machen wir.

Und so ging es für Sandra, Thomas und Ulrike gemeinsam mit den beiden Kindern schon früh am Morgen los in Richtung Europa-Park. Vor ihnen lag ein ganzer Tag voller Achterbahnen, Abenteuer und allem, was dazugehört. Schon nach kurzer Zeit war zu spüren, wie gut ihnen diese Auszeit tat. Es wurde gelacht, ausprobiert und natürlich eine Achterbahn nach der anderen gefahren. Für ein paar Stunden durfte einfach das im Mittelpunkt stehen, was für Kinder selbstverständlich sein sollte: Spaß haben und den Tag genießen. Genau diese Momente sind es, die unserem Motto „Kindern ein Lächeln schenken“ seine Bedeutung geben. Wir können die schwere Situation einer Familie nicht verändern. Aber wir können manchmal dafür sorgen, dass Kinder für einige Stunden Abstand gewinnen und mit vielen schönen Erinnerungen nach Hause fahren.

Dass wir diesen besonderen Tag ermöglichen konnten, verdanken wir Menschen und Unternehmen, die uns dabei unterstützt haben: RS Bau und Sanierung Bammental/Wiesenbach stellte uns für die Fahrt einen Bus zur Verfügung. Holger Karl hatte seine Gäste anlässlich seines 60. Geburtstags gebeten, auf Geschenke zu verzichten und stattdessen Herzensmensch zu unterstützen. Auch der Europa-Park und die Familie Mack haben dazu beigetragen, diesen Herzenswunsch wahr werden zu lassen.

Und ein ganz besonderer Dank geht an Ulrike, die an diesem Tag vermutlich ihren persönlichen Achterbahnrekord aufgestellt hat. Gefühlt 50 Fahrten später war jedenfalls klar: Für strahlende Kinderaugen macht sie wirklich jeden Spaß mit. ;-)

FELIX

Der kleine Felix war gerade einmal fünf Monate alt, als für seine Familie bereits ein langer Weg durch Operationssäle und Krankenhauszimmer hinter ihm lag. Unmittelbar nach seiner Geburt musste er notoperiert werden, kurz darauf folgten drei weitere Eingriffe. Wochen voller Untersuchungen, Sorgen und immer neuer Ungewissheit bestimmten die erste gemeinsame Zeit als Familie.

Zunächst vermuteten die Ärzte Mukoviszidose. Am 4. Dezember 2025 erhielten seine Eltern schließlich die Diagnose: Felix leidet an einem seltenen Immundefekt. Seine große Chance auf ein gesundes Leben ist eine passende Stammzellspende. Seitdem bestimmt das Krankenhaus den Alltag der Familie. „Unser Leben spielt sich fast vollständig im Klinikum ab“, erzählt Felix’ Mama. „Der Tag beginnt mit Wiegen und Medikamenten, danach kommt die Visite. Dazwischen Blutentnahmen, Untersuchungen und Sonographien. Erst abends kehrt etwas Ruhe ein – diese Momente nutzen wir zum Kuscheln. Auch Felix’ Papa ist in jeder freien Minute bei uns im Krankenhaus.“

Zwischen all den medizinischen Geräten und Behandlungen ist Felix vor allem eines: ein kleines Baby, das die Nähe seiner Eltern genießt und Geborgenheit braucht. Ihr größter Wunsch ist, ihren Sohn irgendwann mit nach Hause nehmen zu dürfen. Dorthin, wo Mama und Papa und der Familienhund auf ihn warten und wo Felix einfach als Kind aufwachsen darf. Damit dieser Wunsch Wirklichkeit werden kann, braucht Felix einen passenden Stammzellspender.

Als wir von seiner Geschichte erfuhren, wollten wir helfen. Gemeinsam mit den Adler Mannheim konnten wir in der SAP Arena eine große Typisierungsaktion auf die Beine stellen. Inzwischen war Felix sieben Monate alt – und noch immer wartete seine Familie auf das so dringend benötigte Match. An diesem Abend ging es dabei um mehr als Eishockey. Beim Heimspiel der Adler Mannheim gegen die Kölner Haie riefen wir die Besucherinnen und Besucher dazu auf, sich als potenzielle Stammzellspender registrieren zu lassen. Denn Felix war nicht der Einzige, der auf diese Chance wartete.

Auch für den vierjährigen Liem aus Sandhausen und die junge Mama Ann-Catrin wurde dringend nach einem passenden Stammzellspender gesucht. Auf dem Eis standen sich Adler und Haie als Gegner gegenüber. Abseits des Eises spielte die Vereinszugehörigkeit keine Rolle. Menschen aus beiden Fanlagern kamen zu unserer Typisierungsaktion und nahmen sich die wenigen Minuten Zeit, die für einen anderen Menschen einmal alles bedeuten könnten. Denn hinter jeder Registrierung steht die Chance auf ein Match. Und hinter jedem Match steht ein Mensch, der darauf hofft, weiterleben zu dürfen. Genau deshalb sind solche Typisierungsaktionen für uns als Herzensmensch so wichtig. Wir möchten Menschen zusammenbringen und dort helfen, wo aus wenigen Minuten Zeit eine echte Lebenschance werden kann.

Unser großer Dank gilt den Adler Mannheim, die uns diese Aktion in der SAP Arena ermöglicht haben. Ein besonderer Dank geht an Charline Englisch für ihre Unterstützung und ihren Einsatz, durch den wir an diesem Abend so viele Menschen erreichen konnten. Und vielleicht war unter all den Menschen, die sich an diesem Abend registrieren ließen, genau der eine dabei, auf den irgendwo eine Familie sehnsüchtig wartet.

ROY - EIN SICHERER WEG IM EIGENEN ZUHAUSE

Roy ist 19 Jahre alt und lebt mit seiner Familie in Gauangelloch. Er leidet an einem X-chromosomalen Hydrozephalus, kann weder stehen noch gehen und ist vollständig auf seinen Rollstuhl und die Unterstützung seiner Eltern angewiesen.

Seine Familie pflegt ihn zu Hause. Doch die räumliche Situation stellt seine Eltern inzwischen jeden Tag vor eine enorme Herausforderung. Roys Zimmer und sein Bett befinden sich im oberen Stockwerk. Die Wohnräume, in denen das Familienleben stattfindet, liegen zwei Etagen darunter. Für jeden Weg nach oben oder unten müssen seine Eltern Roy über zwei komplette Etagen tragen.

Als Roy noch ein Kind war, konnten seine Eltern das körperlich bewältigen. Heute ist er ein 19-jähriger junger Mann, deutlich größer und schwerer – und das tägliche Tragen bringt seine Eltern zunehmend an ihre körperlichen Grenzen. Gleichzeitig wird jeder Gang über die Treppen zu einem Sicherheitsrisiko. Ein falscher Schritt oder ein kurzer Moment, in dem die Kraft nachlässt, kann für Roy und seine Eltern schwerwiegende Folgen haben.

Ein Treppenlift über zwei Stockwerke würde dieses tägliche Problem lösen. Aufgrund der baulichen Gegebenheiten muss er individuell angefertigt werden und kostet 18.415,34 Euro.


Die Pflegekasse beteiligt sich mit 4.180 Euro. Damit bleiben 14.235,34 Euro, die Roys Familie selbst aufbringen müsste. Eine Summe, die sie alleine nicht bewältigen kann. Und genau hier möchten wir von Herzensmensch Rhein-Neckar helfen. Gemeinsam möchten wir den Treppenlift für Roy möglich machen.


Ob 10 Euro, 25 Euro oder 100 Euro – jeder Beitrag bringt uns unserem Ziel näher. Vielleicht gibt es auch Unternehmen, Vereine oder andere Herzensmenschen, die Roy mit einer größeren Spende unterstützen möchten.

Auch das Teilen dieses Aufrufs hilft uns, möglichst viele Menschen zu erreichen.


Unser Ziel: 14.235,34 Euro für Roy.

Damit seine Eltern ihn künftig sicher zwischen den Etagen bewegen können und aus einem täglichen Kraftakt endlich eine dauerhafte Lösung wird. Danke an jeden Herzensmenschen, der Roy und seine Familie dabei unterstützt.

Spendenkonten

Sparkasse Heidelberg
IBAN: DE43 6725 0020 0009 3982 44

Volksbank Kraichgau eG
IBAN: DE63 6729 2200 0000 5927 65

PayPal: paypal.me/herzensmenschrn

Verwendungszweck: ROY


Als gemeinnützige Organisation stellen wir selbstverständlich gerne eine Spendenbescheinigung aus.

Herzensmensch Rhein-Neckar
Ein Lächeln schenken.

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